Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht

BWV 105 // para el noveno domingo después de la Trinidad

(Señor, no juzgues a tu siervo) Para soprano, contralto, tenor y bajo, conjunto vocal, oboe I+II, corno da tirarsi, cuerda y bajo continuo

J.S. Bach-Stiftung Kantate BWV 105

Vídeo

Escuchen y vean la introducción, el concierto y la reflexión por completo.

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Artistas

Solistas

Soprano
Sibylla Rubens

Contralto
Jan Börner

Tenor
Bernhard Berchtold

Bajo
Tobias Wicky

Coro

Soprano
Olivia Fündeling, Noëmi Sohn Nad, Noëmi Tran Rediger, Jennifer Ribeiro Rudin, Simone Schwark, Susanne Seitter

Contralto
Jan Börner, Antonia Frey, Lea Pfister-Scherer, Damaris Rickhaus, Sarah Widmer

Tenor
Zacharie Fogal, Tobias Mäthger, Christian Rathgeber, Nicolas Savoy

Bajo
Grégoire May, Retus Pfister, Philippe Rayot, Tobias Wicky, Will Wood

Orquesta

Dirección
Rudolf Lutz

Violín
Eva Borhi, Peter Barczi, Christine Baumann, Markéta Knittlová, Dorothee Mühleisen, Ildiko Sajgo

Viola
Martina Bischof, Sonoko Asabuku, Katya Polin

Violoncello
Maya Amrein, Daniel Rosin

Violone
Markus Bernhard

Corno da tirarsi
Olivier Picon

Oboe
Katharina Arfken, Philipp Wagner

Fagot
Susann Landert

Cémbalo
Thomas Leininger

Órgano
Nicola Cumer

Director musical

Rudolf Lutz

Taller introductorio

Participantes
Rudolf Lutz, Pfr. Niklaus Peter

Reflexión

Orador
Christian M. Rutishauser

Grabación y edición

Año de grabación
22.03.2019

Lugar de grabación
Trogen AR (Schweiz) // Evangelische Kirche

Ingeniero de sonido
Stefan Ritzenthaler, Johannes Widmer

Productor
Meinrad Keel

Sobre la obra

Libretista

Erstmalige Aufführung
4. Februar 1725, Leipzig

Textdichter
Unbekannt – auf der Grundlage der Choralstrophen von

  • Martin Luther (1483–1546) 1, 2, 3, 6a
  • Justus Jonas d. Ältere (1493–1555) 4, 5
  • Johann Walter (1496–1570) 6b

Texto de la obra y comentarios teológico-musicales

Die Choralkantate BWV 126 wurde am 4. Februar 1725 in Leipzig erstmals aufgeführt. Das für Sexagesimae vorgeschriebene Evangelium Lukas 8, 4–15 (Das Gleichnis vom Sämann) und die Epistel 2. Korinther 11, 19–12, 9 (Gottes Kraft ist in den Schwachen mächtig) sind theologisch starke Texte, im Zentrum dieser Kantate stehen allerdings nicht sie, sondern der Lutherchoral «Erhalt uns, Herr, bei deinem Wort» mit einem durch Justus Jonas und Johann Walter erweiterten Strophensatz – ein kämpferisches Lied! Entstand dieser Choral doch ursprünglich als Auftragsarbeit für den Kurfürsten Johann Friedrich, wobei Luther angesichts der Türkenkriege nicht zum Kreuzzug, sondern zum Gebet und Vertrauen auf Gottes Stärke im Wort aufrief. Die umstrittene und schon zeitgenössisch gemilderte zweite Zeile dieses «Erzfeindeliedes» wurde von Bach und seinem unbekannten Librettisten in ganzer Härte stehengelassen («und steur’ des Papsts und Türken Mord»), zugleich aber nach innen gewendet: die ärgsten Feinde seien im Innern der bedrängten Christenheit selbst zu finden. Entsprechend wurde das Lied nach dem innerprotestantischen Bruderkampf des Schmalkaldischen Krieges von 1546/47 auch als Hymne für die der lutherischen Tradition treu gebliebenen Evangelischen verstanden – eine kämpferische Haltung, mit der sich auch die gegenüber dem katholischen Dresdener Hof kritischen Leipziger Kirchgänger der Bachzeit gewiss identifizieren konnten. Gut denkbar, dass dieses Lied daher in eine gewöhnliche Sonntagsmusik leichter eingeschmuggelt werden konnte als in die vom Hof stärker regulierten Feiern zum Reformationstag. Wie gut, dass die letzte Strophe, die von Luther ins Deutsche gebrachte Antiphon «Da pacem domine», der ganzen Kantate textlich eine jesuanische Wendung gibt: «Verleih uns Frieden gnädiglich … es ist ja doch kein andrer nicht, der für uns könnte streiten.»

1. Chor

Herr, gehe nicht ins Gericht mit deinem Knecht.
Denn vor dir wird kein Lebendiger gerecht.

2. Rezitativ — Alt

Mein Gott, verwirf mich nicht,
indem ich mich in Demut vor dir beuge,
von deinem Angesicht.
Ich weiß, wie groß dein Zorn
und mein Verbrechen ist,
daß du zugleich ein schneller Zeuge
und ein gerechter Richter bist.
Ich lege dir ein frei Bekenntnis dar,
und stürze mich nicht in Gefahr,
die Fehler meiner Seelen
zu leugnen, zu verhehlen!

3. Arie — Sopran

Wie zittern und wanken
der Sünder Gedanken,
indem sie sich untereinander verklagen,
und wiederum sich zu entschuldigen wagen.
So wird ein geängstigt Gewissen
durch eigene Folter zerrißen.

4. Rezitativ — Bass

Wohl aber dem, der seinen Bürgen weiß,
der alle Schuld ersetzet,
so wird die Handschrift ausgetan,
wenn Jesus sie mit Blute netzet.
Er heftet sie ans Kreuze selber an,
er wird von deinen Gütern, Leib und Leben,
wenn deine Sterbestunde schlägt,
dem Vater selbst die Rechnung übergeben.
So mag man deinen Leib, den man zu Grabe trägt,
mit Sand und Staub beschütten,
dein Heiland öffnet dir die ewgen Hütten.

5. Arie — Tenor

Kann ich nur Jesum mir zum Freunde machen,
so gilt der Mammon nichts bei mir.
Ich finde kein Vergnügen hier
bei dieser eitlen Welt und irdischen Sachen.

6. Choral

Nun, ich weiß, du wirst mir stillen
mein Gewissen, das mich plagt.
Es wird deine Treu erfüllen,
was du selber hast gesagt:
daß auf dieser weiten Erden
keiner soll verloren werden,
sondern ewig leben soll,
wenn er nur ist Glaubens voll.

Referencias

Todos los textos de las cantatas están tomados de la «Neue Bach-Ausgabe. Johann Sebastian Bach. Neue Ausgabe sämtlicher Werke», publicada por el Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen y por el Bach-Archiv Leipzig, serie I (cantatas), tomos 1-41, Kassel y Leipzig, 1954-2000.
Todos los textos introductorios a las obras, los textos «Profundización en la obra» así como los «Comentarios teológico-musicales» fueron escritos por Dr. Anselm Hartinger, el Rev. Niklaus Peter así como el Rev. Karl Graf bajo consideración de las siguientes obras de referencia: Hans-Joachim Schulze, «Die Bach-Kantaten. Einführungen zu sämtlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs», Leipzig, segunda edición, 2007; Alfred Dürr, «Johann Sebastian Bach. Die Kantaten», Kassel, novena edición, 2009, y Martin Petzoldt, «Bach-Kommentar. Die geistlichen Kantaten», Stuttgart, tomo 1, segunda edición,  2005 y tomo 2, primera edición, 2007.

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