Christmas Oratorio

BWV 248 // Christmas Oratorio

“Triumph, rejoice!” – Bach’s oratrio of hope and renewal

The Christmas Oratorio presents itself as a cycle of similarly structured individual works whose continuity rests on the Christmas narrative according to the Gospels of Luke and Matthew as well as on the recurrence of certain types of settings and the dramaturgy typical of Bach’s cantata oeuvre.

Our decision to dedicate one concert evening to each cantata highlights the distinctive nature of the Christmas Oratorio. Nevertheless, a concert performance of the entire work would have been equally possible, which proves once again the compositional genius of the Thomascantor. Indeed, there are likely only few works which are equally powerful whether performed as individual parts or as a whole.

The recordings of the individual cantatas, the introductory workshops, the reflective lectures and other information (artists, musical and theological commentary, etc.,) are available here:

BWV 248, Part 1: “Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage”, cantata for the First Day of Christmas
BWV 248, Part 2: “Und es waren Hirten in derselben Gegend”, cantata for the Second Day of Christmas
BWV 248, Part 3: “Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen”, cantata for the Third Day of Christmas
BWV 248, Part 4: “Fallt mit Danken, fallt mit Loben”, cantata for the Feast of the Circumcision
BWV 248, Part 5: “Ehre sei dir, Gott, gesungen”, cantata for Sunday after New Year’s Day
BWV 248, Part 6: “Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben”, cantata for Epiphany

Video

Experience the introductory workshop, concert and reflective lecture in full length.

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Performers

Musical director & conductor

Rudolf Lutz

About the work

Libretto

BWV 248, I. Teil

1. Chor
Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage,
rühmet, was heute der Höchste getan!
Lasset das Zagen, verbannet die Klage,
stimmet voll Jauchzen und Fröhlichkeit an!
Dienet dem Höchsten mit herrlichen Chören,
laßt uns den Namen des Herrschers verehren!

2. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Es begab sich aber zu der Zeit, daß ein Gebot von dem Kaiser Augusto ausging, daß alle Welt geschätzet würde. Und jedermann ging, daß er sich schätzen ließe, ein jeglicher in seine Stadt. Da machte sich auch auf Joseph aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt David, die da heißet Bethlehem; darum, daß er von dem Hause und Geschlechte David war: auf daß er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe, die war schwanger. Und als sie daselbst waren, kam die Zeit, daß sie gebären sollte.«

3. Rezitativ — Alt
Nun wird mein liebster Bräutigam,
nun wird der Held aus Davids Stamm
zum Trost, zum Heil der Erden
einmal geboren werden.
Nun wird der Stern aus Jakob scheinen,
sein Strahl bricht schon hervor.
Auf, Zion, und verlasse nun das Weinen,
dein Wohl steigt hoch empor!

4. Arie — Alt
Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben,
den Schönsten, den Liebsten bald bei dir zu sehn!
Deine Wangen
müssen heut viel schöner prangen,
eile, den Bräutigam sehnlichst zu lieben!

5. Choral
Wie soll ich dich empfangen
und wie begegn’ ich dir?

O aller Welt Verlangen,
o meiner Seelen Zier!
O Jesu, Jesu, setze
mir selbst die Fackel bei,
damit, was dich ergötze,

mir kund und wissend sei!

6. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und sie gebar ihren ersten Sohn und wickelte ihn in Windeln und legte ihn in eine Krippen, denn sie hatten sonst keinen Raum in der Herberge.«

7. Choral — Sopran und Rezitativ — Bass
Er ist auf Erden kommen arm,
Wer will die Liebe recht erhöhn,
die unser Heiland vor uns hegt?
daß er unser sich erbarm
Ja, wer vermag es einzusehen,
wie ihn der Menschen Leid bewegt?
und in dem Himmel mache reich
Des Höchsten Sohn kömmt in die Welt,
weil ihm ihr Heil so wohl gefällt,
und seinen lieben Engeln gleich.
so will er selbst als Mensch geboren werden.
Kyrieleis!

8. Arie— Bass
Großer Herr, o starker König,
liebster Heiland, o wie wenig
achtest du der Erden Pracht!
Der die ganze Welt erhält,
ihre Pracht und Zier erschaffen,
muß in harten Krippen schlafen.

9. Choral
Ach mein herzliebes Jesulein,
mach dir ein rein sanft Bettelein,
zu ruhn in meines Herzens Schrein,
daß ich nimmer vergesse dein!

BWV 248, II. Teil

10. Sinfonia

11. Rezitativ — Evangelist: Tenor

»Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und siehe, des Herren Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herren leuchtet um sie, und sie furchten sich sehr.«

12. Choral
Brich an, o schönes Morgenlicht,
und laß den Himmel tagen!
Du Hirtenvolk, erschrecke nicht,
weil dir die Engel sagen,
daß dieses schwache Knäbelein
soll unser Trost und Freude sein,
dazu den Satan zwingen
und letztlich Friede bringen!

13. Rezitativ — Duett Evangelist: Tenor, Engel: Sopran

evangelist:
»Und der Engel sprach zu ihnen:

engel:
Fürchtet euch nicht, siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, wel- cher ist Christus, der Herr, in der Stadt David.«

14. Rezitativ — Bass
Was Gott dem Abraham verheißen,
das läßt er nun dem Hirtenchor erfüllt erweisen.
Ein Hirt hat alles das zuvor
von Gott erfahren müssen.
Und nun muß auch ein Hirt die Tat,
was er damals versprochen hat,
zuerst erfüllet wissen.

15. Arie — Tenor
Frohe Hirten, eilt, ach eilet,
eh ihr euch zu lang verweilet,
eilt, das holde Kind zu sehn!
Geht, die Freude heißt zu schön,
sucht die Anmut zu gewinnen,
geht und labet Herz und Sinnen!

16. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen.«

17. Choral
Schaut hin, dort liegt im finstern Stall,
des Herrschaft gehet überall!
Da Speise vormals sucht ein Rind,
da ruhet itzt der Jungfrau’n Kind.

18. Rezitativ — Bass
So geht denn hin, ihr Hirten, geht,
daß ihr das Wunder seht!
Und findet ihr des Höchsten Sohn
in einer harten Krippe liegen,
so singet ihm bei seiner Wiegen
aus einem süßen Ton
und mit gesamtem Chor
dies Lied zur Ruhe vor:

19. Arie — Alt
Schlafe, mein Liebster, genieße der Ruh,
wache nach diesem vor aller Gedeihen!
Labe die Brust,
empfinde die Lust,
wo wir unser Herz erfreuen!

20. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und alsobald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen:«

21. Chor
»Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen.«

22. Rezitativ — Bass
So recht, ihr Engel, jauchzt und singet, daß es uns heut so schön gelinget! Auf denn! Wir stimmen mit euch ein; uns kann es so wie euch erfreun.

23. Choral
Wir singen dir in deinem Heer
aus aller Kraft Lob, Preis und Ehr,
daß du, o lang gewünschter Gast,
dich nunmehr eingestellet hast.

BWV 248, III. Teil

24. Chor
Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen,
laß dir die matten Gesänge gefallen,
wenn dich dein Zion mit Psalmen erhöht!
Höre der Herzen frohlockendes Preisen,
wenn wir dir itzo die Ehrfurcht erweisen,
weil unsre Wohlfahrt befestiget steht!

25. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und da die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander:«

26. Chor
»Lasset uns nun gehen gen Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.«

27. Rezitativ — Bass
Er hat sein Volk getröst‘,
er hat sein Israel erlöst,
die Hülf aus Zion hergesendet
und unser Leid geendet.
Seht, Hirten, dies hat er getan;
geht, dieses trefft ihr an!

28. Choral
Dies hat er alles uns getan,
sein groß Lieb zu zeigen an;
des freu sich alle Christenheit
und dank ihm des in Ewigkeit.
Kyrieleis!

29. Arie — Duett Sopran, Bass
Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen
tröstet uns und macht uns frei.
Deine holde Gunst und Liebe,
deine wundersamen Triebe
machen deine Vatertreu
wieder neu.

30. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und sie kamen eilend und funden beide, Mariam und Joseph, dazu das Kind in der Krippe liegen. Da sie es aber gesehen hatten, breiteten sie das Wort aus, welches zu ihnen von diesem Kind gesaget war. Und alle, für die es vor kam, wunderten sich der Rede, die ihnen die Hirten gesaget hatten. Maria aber behielt alle diese Worte und bewegte sie in ihrem Herzen.«

31. Arie — Alt
Schließe, mein Herze, dies selige Wunder
fest in deinem Glauben ein!
Lasse dies Wunder,
die göttlichen Werke,
immer zur Stärke
deines schwachen Glaubens sein!

32. Rezitativ — Alt
Ja, ja, mein Herz soll es bewahren,
was es an dieser holden Zeit
zu seiner Seligkeit
für sicheren Beweis erfahren.

33. Choral
Ich will dich mit Fleiß bewahren,
ich will dir

leben hier,
dir will ich abfahren,
mit dir will ich endlich schweben
voller Freud

ohne Zeit
dort im andern Leben.

34. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und die Hirten kehrten wieder um, preiseten und lobten Gott um alles, das sie gesehen und gehöret hatten, wie denn zu ihnen gesaget war.«

35. Choral
Seid froh dieweil,
dass euer Heil
ist hie ein Gott und auch ein Mensch geboren,
der, welcher ist
der Herr und Christ
in Davids Stadt, von vielen auserkoren.

Chorus I ab initio repetatur et claudatur (Wiederholung Eingangschor)
Herrscher des Himmels, erhöre das Lallen,
laß dir die matten Gesänge gefallen,
wenn dich dein Zion mit Psalmen erhöht!
Höre der Herzen frohlockendes Preisen,
wenn wir dir itzo die Ehrfurcht erweisen,
weil unsre Wohlfahrt befestiget steht!

BWV 248, IV. Teil

36. Chor
Fallt mit Danken, fallt mit Loben
vor des Höchsten Gnadenthron!
Gottes Sohn
will der Erden
Heiland und Erlöser werden,
Gottes Sohn
dämpft der Feinde Wut und Toben.

37. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und da acht Tage um waren, daß das Kind beschnitten würde, da ward sein Name genennet Jesus, welcher genennet war von dem Engel, ehe denn er im Mutterleibe Heiland und Erlöser werden, empfangen ward.«

38. Rezitativ und Choral — Duett Bass, Sopran
Immanuel, o süßes Wort!
Mein Jesus heißt mein Hort,
mein Jesus heißt mein Leben.
Mein Jesus hat sich mir ergeben,
mein Jesus soll mir immerfort
vor meinen Augen schweben.
Mein Jesus heißet meine Lust,
mein Jesus labet Herz und Brust.
Jesu, du mein liebstes Leben,
meiner Seelen Bräutigam,
Komm! Ich will dich mit Lust umfassen,
mein Herze soll dich nimmer lassen,
der du dich vor mich gegeben
an des bittern Kreuzes Stamm!
ach! So nimm mich zu dir!
Auch in dem Sterben sollst du mir
das Allerliebste sein;
in Not, Gefahr und Ungemach
seh ich dir sehnlichst nach.
Was jagte mir zuletzt der Tod für Grauen ein?
Mein Jesus! Wenn ich sterbe,
so weiß ich, daß ich nicht verderbe.
Dein Name steht in mir geschrieben,
der hat des Todes Furcht vertrieben.

39. Arie — Sopran
Flößt, mein Heiland, flößt dein Namen
auch den allerkleinsten Samen
jenes strengen Schreckens ein?
Nein, du sagst ja selber nein,
Nein!
Sollt ich nun das Sterben scheuen?
Nein, dein süßes Wort ist da!
Oder sollt ich mich erfreuen?
Ja, du Heiland sprichst selbst ja,
Ja!

40. Rezitativ und Choral — Duett Bass, Sopran
Wohlan, dein Name soll allein
in meinem Herzen sein!
Jesu, meine Freud und Wonne,
meine Hoffnung, Schatz und Teil,
So will ich dich entzücket nennen,
wenn Brust und Herz zu
dir vor Liebe brennen.
mein Erlösung, Schmuck und Heil,
Doch, Liebster, sage mir:
Wie rühm ich dich, wie dank ich dir?
Hirt und König, Licht und Sonne,
ach! wie soll ich würdiglich,
mein Herr Jesu, preisen dich?

41. Arie — Tenor
Ich will nur dir zu Ehren leben,
mein Heiland, gib mir Kraft und Mut,
daß es mein Herz recht eifrig tut!
Stärke mich,
deine Gnade würdiglich
und mit Danken zu erheben!

42. Choral
Jesus richte mein Beginnen,
Jesus bleibe stets bei mir,
Jesus zäume mir die Sinnen,
Jesus sei nur mein Begier,
Jesus sei mir in Gedanken,
Jesu, lasse mich nicht wanken!

43. Chor
Ehre sei dir, Gott, gesungen,
dir sei Lob und Dank bereit’.
Dich erhebet alle Welt,
weil dir unser Wohl gefällt,
weil anheut
unser aller Wunsch gelungen,
weil uns dein Segen so herrlich erfreut.

44. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Da Jesus geboren war zu Bethlehem im jüdischen Lande zur Zeit des Königes Herodis, siehe, da kamen die Weisen vom Morgenlande gen Jerusalem und sprachen:«

45. Chor und Rezitativ — Alt
»Wo ist der neugeborne König der Jüden?«
Sucht ihn in meiner Brust,
hier wohnt er, mir und ihm zur Lust!
»Wir haben seinen Stern gesehen im
Morgenlande und sind kommen,
ihn anzubeten.«
Wohl euch, die ihr dies Licht gesehen,
es ist zu eurem Heil geschehen!
Mein Heiland, du, du bist das Licht,
das auch den Heiden scheinen sollen,
und sie, sie kennen dich noch nicht,
als sie dich schon verehren wollen.
Wie hell, wie klar muß nicht dein Schein,
geliebter Jesu, sein!

46. Choral
Dein Glanz all Finsternis verzehrt,
die trübe Nacht in Licht verkehrt.
Leit uns auf deinen Wegen,
daß dein Gesicht
und herrlichs Licht
wir ewig schauen mögen!

47. Arie — Bass
Erleucht auch meine finstre Sinnen,
erleuchte mein Herze
durch der Strahlen klaren Schein!
Dein Wort soll mir die hellste Kerze
in allen meinen Werken sein;
dies lässet die Seele nichts Böses beginnen.

48. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Da das der König Herodes hörte, erschrak er und mit ihm das ganze Jerusalem.«

49. Rezitativ — Alt
Warum wollt ihr erschrecken?
Kann meines Jesu Gegenwart
euch solche Furcht erwecken?
O! solltet ihr euch nicht
vielmehr darüber freuen,
weil er dadurch verspricht,
der Menschen Wohlfahrt zu verneuen.

50. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und ließ versammlen alle Hohepriester und Schriftgelehrten unter dem Volk und erforschete von ihnen, wo Christus sollte geboren werden. Und sie sagten ihm: Zu Bethlehem im jüdischen Lande; denn also stehet geschrieben durch den Propheten: Und du Bethlehem im jüdischen Lande, bist mitnichten die kleinest unter den Fürsten Juda; denn aus dir soll mir kommen der Herzog, der über mein Volk Israel ein Herr sei.«

51. Arie — Terzett Sopran, Alt, Tenor
Ach, wenn wird die Zeit erscheinen?
Ach, wenn kömmt der Trost der Seinen?
Schweigt, er ist schon würklich hier!
Jesu, ach so komm zu mir!

52. Rezitativ — Alt
Mein Liebster herrschet schon.
Ein Herz, das seine Herrschaft liebet
und sich ihm ganz zu eigen gibet,
ist meines Jesu Thron.

53. Choral
Zwar ist solche Herzensstube
wohl kein schöner Fürstensaal,
sondern eine finstre Grube;
doch, sobald dein Gnadenstrahl
in denselben nur wird blinken,
wird es voller Sonnen dünken.

54. Chor
Herr, wenn die stolzen Feinde schnauben,
so gib, daß wir im festen Glauben
nach deiner Macht und Hülfe sehn!
Wir wollen dir allein vertrauen,
so können wir den scharfen Klauen
des Feindes unversehrt entgehn.

55. Rezitativ — Evangelist: Tenor; Herodes: Bass

evangelist:
»Da berief Herodes die Weisen heimlich und erlernet mit Fleiß von ihnen, wenn der Stern erschienen wäre? Und weiset sie gen Bethlehem und sprach:

herodes:
Ziehet hin und forschet fleißig nach dem Kindlein, und wenn ihrs findet, sagt mirs wieder, daß ich auch komme und es anbete.«

56. Rezitativ — Sopran
Du Falscher, suche nur den Herrn zu fällen,
nimm alle falsche List,
dem Heiland nachzustellen;
der, dessen Kraft kein Mensch ermißt,
bleibt doch in sichrer Hand.
Dein Herz, dein falsches Herz ist schon,
nebst aller seiner List, des Höchsten Sohn,
den du zu stürzen suchst, sehr wohl bekannt.

57. Arie — Sopran
Nur ein Wink von seinen Händen
stürzt ohnmächtger Menschen Macht.
Hier wird alle Kraft verlacht!
Spricht der Höchste nur ein Wort,
seiner Feinde Stolz zu enden,
o, so müssen sich sofort
Sterblicher Gedanken wenden.

58. Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Als sie nun den König gehöret hatten, zogen sie hin. Und siehe, der Stern, den sie im Morgenlande gesehen hatten, ging für ihnen hin, bis daß er kam und stund oben über, da das Kindlein war. Da sie den Stern sahen, wurden sie hoch erfreuet und gingen in das Haus und funden das Kindlein mit Maria, seiner Mutter, und fielen nieder und beteten es an und täten ihre Schätze auf und schenkten ihm Gold, Weihrauch und Myrrhen.«

59. Choral
Ich steh an deiner Krippen hier,
o Jesulein, mein Leben;
ich komme, bring und schenke dir,
was du mir hast gegeben.
Nimm hin! es ist mein Geist und Sinn,
Herz, Seel und Mut, nimm alles hin,
und laß dirs wohlgefallen!

Rezitativ — Evangelist: Tenor
»Und Gott befahl ihnen im Traum, daß sie sich nicht sollten wieder zu Herodes lenken, und zogen durch einen andern Weg wieder in ihr Land.«

61. Rezitativ — Tenor
So geht! Genug, mein Schatz geht nicht von hier,
er bleibet da bei mir,
ich will ihn auch nicht von mir lassen.
Sein Arm wird mich aus Lieb
mit sanftmutsvollem Trieb
und größter Zärtlichkeit umfassen;
er soll mein Bräutigam verbleiben,
ich will ihm Brust und Herz verschreiben.
Ich weiß gewiß, er liebet mich,
mein Herz liebt ihn auch inniglich
und wird ihn ewig ehren.
Was könnte mich nun für ein Feind
bei solchem Glück versehren!
Du, Jesu, bist und bleibst mein Freund;
und werd ich ängstlich zu dir flehn:
Herr, hilf!, so laß mich Hülfe sehn!

62. Arie — Tenor
Nun mögt ihr stolzen Feinde schrecken;
was könnt ihr mir für Furcht erwecken?
Mein Schatz, mein Hort ist hier bei mir.
Ihr mögt euch noch so grimmig stellen,
droht nur, mich ganz und gar zu fällen,
doch seht! mein Heiland wohnet hier.

63. Rezitativ — Sopran, Alt, Tenor, Bass
Was will der Höllen Schrecken nun?
Was will uns Welt und Sünde tun,
da wir in Jesu Händen ruhn?

64. Choral
Nun seid ihr wohl gerochen
an eurer Feinde Schar,
denn Christus hat zerbrochen,
was euch zuwider war.
Tod, Teufel, Sünd und Hölle
sind ganz und gar geschwächt;
bei Gott hat seine Stelle
das menschliche Geschlecht.

Reflective lecture

“Triumph, rejoice!” – Bach’s oratrio of hope and renewal

Anselm Hartinger, translation by Alice Noger-Gradon

From the booklet of the Christmas Oratorio CD

I.
The Christmas Oratorio, written for the turn-of-year feast days in 1734/35, was composed during a period in which Bach produced comparatively few new works for his Leipzig churches. Indeed, after his prolific output in the years 1723 to 1726, during which he often produced a new cantata each week – and argued increasingly with his Leipzig employers – Bach reinterpreted his role as Thomascantor in a way that allowed him to focus more on his career as a keyboard virtuoso and leader of Leipzig’s Collegium Musicum, an ensemble that performed regularly at Gottfried Zimmermann’s coffee house. Accordingly, Bach limited his own appearances in the choir gallery to feast-day performances and reduced his involvement in the city’s church music to a largely supervisory role: performances were often led by his assistants and included works by other composers. Moreover, after the change of government in Dresden in 1733, he made a visible effort to curry favour with the Saxon-Polish House of Wettin.

Against this background, the Oratorio – performed in both Leipzig churches in the Christmas season of 1734 – represented an unexpected show of effort by the Thomascantor and set a new benchmark in the city’s tradition of church music. To be sure, with his chorale cantata cycle of 1724/25, Bach had already composed a cyclical group of works based on the main hymns of the relevant Sundays and feast days, as modelled on the work of his predecessor but one, Johann Schelle (1677–1701). Nonetheless, by conceiving a unified cantata series with a sequential gospel recitation for all six main church services between the First Day of Christmas and Epiphany, Bach presented the congregations of Leipzig an attractive and innovative church-music offering: a narrative oratorio.

The idea itself, however, was not entirely new – by the 1730s, dramatised musical compositions based on a section of the New Testament had already existed for 150 years. Even prior to the baroque text reform of the early 1700s, which first introduced operatic forms of recitative and aria to church music, key biblical quotes and related hymn verses already formed the foundation of Lutheran church music. Prominent examples include the “Weihnachtshistorie” (Christmas story, 1664) of Heinrich Schütz, a composer well known in Leipzig, and Johann Schelle’s “Actus musicus auf Weih-Nachten” (actus musicus for Christmas, approx. 1683), a partita on the chorale “Vom Himmel hoch” (from heaven above) that is structured largely along the lines of the Gospel of Luke. Already in his oratorical Passions according to John (1724, revised 1725), Matthew (1727/29) and Mark (1731), Bach combined the tradition of Bible passage and chorale with the eloquent new style of choruses, arias and accompagnato-recitatives, thus melding the venerable religious texts and tradition of congregational singing with a subjective, modernised interpretation of faith. This viable model also served for the Christmas Oratorio, which Bach later complemented with comparatively smaller oratorios for the high feasts of Easter (BWV 249) and Ascension (BWV 11).

Common to all these compositions from the 1730s is Bach’s use of the parody technique: he was able to create new compositions set to a biblical narrative by reworking numerous arias and ensemble movements from his earlier works, in particular those from occasional compositions written for birthdays and name days of the royal family. Traces of these secular compositions are easily identified throughout the scores of the Christmas Oratorio. In the introductory chorus to cantata I, for instance, the order of instrumental entries clearly derives from the work dedicated to Queen Maria Josepha in 1733: “Tönet ihr Pauken, erschallet Trompeten, klingende Saiten, erfüllet die Luft” (Sound, all ye drums now, Resound, all ye trumpets, Res-onant viols, Make swell now the air). And the animated lullaby of cantata II (“Schlafe, mein Liebster” – Sleep now, my dearest) finds its origins in an aria written for the Electoral Prince Friedrich Christian – but in a setting pertaining to lust and not the devotion of motherly love. It might be noted that these two examples illustrate how Bach and his librettist (probably his reliable friend Picander) managed to present a new work that, in its sparkling spirit of Christmas joy, does away with any questions regarding quality.

The practice of alternating performances of figural music between the two main Leipzig churches, St Nikolai and St Thomas, was a particularity of Leipzig church music that is confirmed in the text booklet of the Oratorio. While on normal Sundays and lower feast days only one congregation was treated to a church service with music – cantata III (Third Day of Christmas) and cantata V (Sunday after New Year’s Day) of the Oratorio were performed only in St Nikolai – on high feast days, the cantata would be played in the morning in one church, and in the afternoon in the other. Whether the musical connoisseurs of the day took the opportunity to experience the full cantata cycle is unfortunately not documented. But we need no proof to know that performing the Oratorio in its entirety must have been a musical and logistical challenge for Bach, his Thomas singers, the city musicians and assistants – Christmas was certainly no less busy in Bach’s time than it is for the cantors and organists of today.

While certain markings in the parts indicate that the Oratorio was re-performed during Bach’s tenure as Thomascantor, the composition initially played only an insignificant role in the Bach Revival of the 19th century: at that time, the perception of Bach as a church composer was primarily shaped by his organ compositions and the St Matthew Passion. Indeed, it is no coincidence that Carl von Winterfeld, in an early analysis of Bach’s works in 1847, focused heavily on Bach’s chorale treatment and blamed the irritating “galant style” of the Oratorio on its secular roots. Another problem was the high register of Bach’s trumpet parts: after the baroque art of clarino trumpet playing was lost, these parts were nearly impossible to play without considerable reworking. As such, it is difficult to know which sections of the Oratorio were rehearsed around 1828 in the semi-public singing sessions of Carl Friedrich Zelter’s Singakademie zu Berlin, where the original parts were archived at the time. One of the first documented performances took place in 1844 in Breslau, where cantatas I and II were played during a Christmas celebration of the local Singakademie. What exactly the critic meant when he wrote that this “practically unknown Christmas cantata by Bach… is remarkably reminiscent of more modern times, particularly of Beethoven”, is a matter of conjecture – it is possibly the choir singers’ appreciation of the music that helped raise the composition, with its rewarding ensemble movements, to the prominent position it enjoys today. In Leipzig, for instance, with its diverse choir scene, no less than 40 Christmas Oratorio performances take place annually in the period from Advent to Epiphany. A Christmas celebration without this beloved composition is simply unimaginable, and not only for Bach connoisseurs.

II.
The Christmas Oratorio presents itself as a cycle of similarly structured individual works whose continuity rests on the Christmas narrative according to the Gospels of Luke and Matthew as well as on the recurrence of certain types of settings and the dramaturgy typical of Bach’s cantata oeuvre.

As such, almost every cantata opens with a concertante ensemble setting that unites musical force with memorable declamation and elegantly interwoven fugal passages – a happy reinterpretation of courtly festive music as sacred music. Cantatas I, III and VI, for their part, showcase the regal timbre of the trumpets and timpani, which aptly expresses both exuberant joy and confident resolve (cantata VI). Cantata IV leans more towards a princely horn sound, while the highly inspired new setting of “Ehre sei dir, Gott, gesungen” (Glory to thee, God, be sounded, cantata V) is carried by its cheerful oboe and string writing. Cantata II, by contrast, opens with the gentle sounds of the shepherds’ sinfonia; the chorus setting does not take place until the movement “Ehre sei Gott” (Glory to God) of the heavenly host, which may have been developed from the “Kreuzige” (crucify) setting of the St Matthew Passion. Overall, Bach went to great lengths to score each cantata with instruments befitting the text and to use the orchestration as a way of linking the opening and closing movements. As such, the trumpets and timpani of cantata I, like the four lower woodwinds from the shepherds’ sinfonia of cantata II, are featured in interludes in the closing chorales; cantatas IV and VI conclude with concertante chorale arrangements that unite powerful vocal writing with virtuoso orchestral passages. While it is perhaps regrettable that Bach did not sustain this ambitious approach throughout all six cantatas – cantata III ends with a repeat of the introductory chorus, and cantata V ends with a simple closing chorale – his decision is in keeping with his strong sense of pragmatism and his tendency to favour individual challenges over exhaustive systems.

The Bible recitations are assigned to the tenor in the role of the Evangelist, whose empathetic, expressive style lends credence to the narrative. Indeed, some passages such as “Es begab sich aber zu der Zeit” (It occurred, however, at the time) and “Und du, Bethlehem, im Jüdischen Lande” (And thou, Bethlehem, in the land of Judea) have become well-known renditions of the original Bible passages. Particularly effective are the various hymn movements that comment on the events of the narrative and serve to mark dramatic turning points (“Brich an, o schönes Morgenlicht” – Break forth, o beauteous morning light) and moments of introspection (“Wie soll ich dich empfangen” – How shall I then receive thee; “Ich steh an deiner Krippen hier” – I stand before thy cradle here). Bach’s discerning use of the chorale is particularly manifest in the combination of expressive accompagnato recitatives and chorale melodies that characterises the double movement “Er ist auf Erden kommen arm / Wer will die Liebe recht erhöhn” (He is to earth now come so poor / Who will the love then rightly praise) and lends cantata IV features of a moving dialogue between the soprano and bass voices.

The arias and soloistic ensemble movements are highly varied. At times they remain close to their secular origins, benefitting from this style and instrumentation; examples include the scoring of trumpets and bass in “Grosser Herr und starker König” (Mighty Lord, O strongest sovereign, based on BWV 213/7) or the soprano and tenor voices in the united gesture of love from “Herr, dein Mitleid, dein Erbarmen” (Lord, thy mercy, thy forgiveness, a reworking of BWV 213/11). At other times, the music seems to have been composed precisely for the libretto at hand (terzetto of cantata V), although these settings, too, may well be based on an earlier work that has yet to be identified. The interchangeable nature of baroque running figures is confirmed in the noble aria di bravura for tenor, two violins and continuo from cantata IV, whose key word “leben” (to live) fits naturally to the coloratura figure on “schweben” (to soar) from the original composition (BWV 213/7). With “Bereite dich, Zion, mit zärtlichen Trieben” (Prepare thyself, Zion, with tender affection), Bach achieved an outright transformation of the stubborn affect of the secular original “Ich will dich nicht hören, ich will dich nicht wissen” (I will never heed thee, nor take thine instruction BWV 213/9); the subdued prayer “Erleucht auch meine finstren Sinne” (Illumine, too, my gloomy spirit) of cantata V seems – after careful revision – to match the musical message even more precisely than the edgy text of “Durch die von Eifer entflammeten Waffen” (That through the weapons enkindled by passion), which stems from BWV 215, a congratulatory cantata performed by torchlight in 1734. Based on surviving documents, we can conclude that after discontinuing a first draft, it was only with considerable effort that Bach completed “Schliesse mein Herze” (Keep thou, my heart now), an exceptionally beautiful alto aria with obbligato violin. Nonetheless, this accomplished new composition, like the inspired shepherds’ sinfonia, is ample proof that Bach’s creative output not only continued unabated after 1730 but was also in some respects more stylistically refined.

III.
“Jauchzet, frohlocket, auf, preiset die Tage!” (Triumph, rejoicing, rise, praising these days now!) – The uplifting effect of Bach’s Christmas Oratorio cannot be explained solely in terms of its masterly orchestration and clever use of parody technique. Opening with resounding timpani strokes, the spirited music of the introductory chorus bypasses every rational response and cuts straight to the heart, soul and even the feet of listeners, who will want to leap from their church pews – or desk chairs – such is the irresistible power of this vibrant composition.

Rather than overpowering with authoritative force, the elemental energy of the music comforts us in a brotherly embrace and extends a warm invitation to join the celebration. In a split second, listeners are relieved of their holiday stress and the hassles of shopping, of aversion to worn advertising slogans and rampant consumerism, and transported to the state of anticipation and pure joy that the magic word “Christmas” truly means. Much as we may plan to try skipping Christmas for a year and to escape the inevitable expectations of glad spirits and domestic harmony, this attitude crumbles with the first notes of the Oratorio, and we follow the music like transformed children of joy. Those of us who have witnessed how a former East German citizen, prematurely aged by the struggles of party politics and daily life, rediscovers his sense of self and divine inner strength the moment the words “Bei Gott hat seine Stelle das menschliche Geschlecht” (With God hath now its shelter, The mortal race of man) sweep down from the choir gallery, will hold Bach in kind memory and learn to understand again what lived utopia truly means. Moreover, the fact that Bach, with his feather-light yet deeply profound shepherd’s sinfonia, musically demonstrates how a genuine discussion between the classes and social spheres could tentatively begin and ultimately succeed in a spirit of solidarity – also in this world – renders this most philosophical of all pastorals the secret high point of the Oratorio. Once a year at least, we should, we must, stop and succumb to the magic of this work – because its vision of a liberating new beginning is more grounded and accessible than any formal plan or programme. For the duration of these six cantatas we can join the happy shepherd folk and, with them, leave all fear behind to follow a star that has shone brightly since 1734.


Recording and editing

Recording date
BWV 248/1: 15 December 2017
BWV 248/2: 14 December 2018
BWV 248/3: 20 December 2019
BWV 248/4: 12 January 2018
BWV 248/5: 18 January 2019
BWV 248/6: 17 January 2020

Recording location
Trogen, Switzerland // Protestant church

Tonmeister
Stefan Ritzenthaler

Director
Meinrad Keel

Head of production
Johannes Widmer

Production
GALLUS MEDIA AG, Schweiz

Producer
J.S. Bach-Stiftung, St. Gallen (Schweiz)

Bibliographical references

All libretti sourced from Neue Bach-Ausgabe. Johann Sebastian Bach. Neue Ausgabe sämtlicher Werke, published by the Johann-Sebastian-Bach-Institut Göttingen and the Bach-Archiv Leipzig, Series I (Cantatas), vol. 1–41, Kassel and Leipzig, 1954–2000.
All in-depth analyses by Anselm Hartinger (English translations/editing by Alice Noger-Gradon/Mary Carozza) based on the following sources:  Hans-Joachim Schulze, Die Bach-Kantaten. Einführungen zu sämtlichen Kantaten Johann Sebastian Bachs, Leipzig, 2nd edition, 2007; Alfred Dürr, Johann Sebastian Bach. Die Kantaten, Kassel, 9th edition, 2009, and Martin Petzoldt, Bach-Kommentar. Die geistlichen Kantaten, Stuttgart, vol. 1, 2nd edition, 2005 and vol. 2, 1st edition, 2007.

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